3. Juli 2023

Das Meschner Wajeltschen berichtet aus Dinkelsbühl

Meschner Teilnahme am Trachtenumzug aus der Perspektive des inzwischen eingemeindeten Begleitfahrzeugs
Das Meschner Wajeltschen beim Heimattag in ...
Das Meschner Wajeltschen beim Heimattag in Dinkelsbühl. Foto: Aida Reinerth
Ich weiß nicht genau, seit wann (2013 oder 2014?) und wie oft ich schon in Dinkelsbühl war, aber nach den Corona-Ausfällen und dem schlechten Wetter im letzten Jahr freue ich mich auf ein „normales Dinkelsbühl“.

Das Aufstellen vor dem Start war dieses Mal von Platzmangel gekennzeichnet, so dass ich noch näher an den Gesichtern dran war. Meine Dauergäste, die mich schon immer sehr schätzen, kenne ich mittlerweile recht gut, freue mich aber fast noch mehr über neue Gesichter, die unsere Gruppe spürbar aufwerten.

Mit der Nr. 67 (ein guter Jahrgang, denke ich) sind wir diesmal ein paar Mitmarschierende weniger, aber bleiben ein kleines Puzzle in den über 100 teilnehmenden Gruppen. Meine beiden trachtentragenden Insassen (an ihre Namen kann ich mich gar nicht erinnern oder haben sie gar keine?) werden bestaunt, viele Fragen, was in meinem Bauch tatsächlich versteckt sei, und meine Bodyguards, die hinter mir herlaufen, erkennen viele bekannte Gesichter. Auch ich erkenne einige und sehe ihnen an, dass sie mich nächstes Jahr wieder in Tracht begleiten möchten. Wie kann ich sie überzeugen, mir wieder als Teil der Gruppe zu folgen? Na ja, in einem Jahr wird mir schon was einfallen.

An der Tribüne wird’s dann fast schon gefährlich. Meine Meschner sind zum 13. Mal dabei, aber ich habe mit dieser Zahl nichts zu tun, da ich erst später geboren wurde. Und dann sprang noch jemand aus der ersten Reihe auf und rannte auf uns zu. Es war keine Attentäterin, sondern die Krausejinnitante aus Meschen, die ihre Freude nicht zurückhalten konnte. Am liebsten hätte ich ihr auch einen Pali gegeben!

Wenn wir an der Tribüne vorbei sind, freue ich mich noch mehr, denn alle blicken mich nun sehnsuchtsvoll an und suchen nach einem geeigneten Plätzchen, um sich an meinen Inhalt zu machen. Diesmal stoppen wir unter einem mehrstöckigen Haus, und Handys werden in die oberen Etagen gereicht, damit die Gruppe aus neuen Perspektiven abgelichtet wird.

Unter den gekühlten Getränken bleiben die kalten Blechdosen der Star, was da wohl drin ist? Pali kann es ja nicht sein. Auch die bunten Beutel scheinen mir rätselhaft, nur das klare Wasser kann ich sehen. Was ich da alles mitschleppen muss, denke ich mir, werde aber in meinen Gedanken unterbrochen, als meine erste Auslandsreise angekündigt wird: „Wenn wir nächstes Jahr in Hermannstadt mitlaufen dürfen, nehme ich das Wajeltschen mit“, höre ich Spitzi Fabrikanten sagen. Diese riesige Freude muss ich erstmal verdauen.

Auf dem Weg in meine Garage frage ich mich: Wenn ich nach Hermannstadt fahre, ist ja Meschen nicht mehr so weit, dann werde ich mit Sicherheit auch hin. Ich freue mich noch mehr!

Es war nicht ganz normal, es war wunderschön für mich, da ich mittlerweile von meinen Meschnern quasi als Promi behandelt werde und viele sich extra mit mir ablichten lassen. Simples Holzgefährt, was willst du mehr!

Hans Reinerth

Schlagwörter: Meschen, Dinkelsbühl, Heimattag 2023

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