1. Februar 2026
Festgottesdienst zu Epiphanias in Karlsruhe
Der 6. Januar überraschte in der Früh mit einer Decke Neuschnee im Ländle, auch in Karlsruhe. Beeindruckt wurden die Gottesdienstbesucher in der Stadtkirche während der Predigt mit Gedanken zu siebenbürgischem Liedgut, und die Siebenbürgische Kantorei glänzte mit seltenen Weihnachtsliedern.

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Predigt zu Matthäus, Kapitel 2, Vers 1-12. Für die folgende kurze Zusammenfassung der Predigtgedanken und die Verknüpfung der Geschichte der Weisen aus dem Morgenland mit dem Lied der Siebenbürger Sachsen „Af deser Ierd“ von Pfarrer Ernst Thullner bedankt sich der Verfasser bei Pfarrer Nick Fernolendt.
Im siebenbürgisch-sächsischen Lied besingt der Dichter ja die Sehnsucht nach dem eigenen Heimatland, nach der kleinen Heimatgemeinde und nach dem bescheidenen Heimathaus, die er der Pracht und dem Reichtum der von ihm bereisten fernen Länder jederzeit vorzieht. Das Königsschloss in der Fremde ist ihm nicht so wichtig wie das heimatliche Haus, auch wenn dieses keine prächtigen Hallen hat. Der Grund für diese Sehnsucht ist, dass zu Hause „sein Schatz“ wohnt, die ihm die Treue gehalten hat. Und dass darum im Heimathaus all sein Glück und all seine Freude enthalten ist. Glück und Freude machen das bescheidene Haus wertvoll und werten es so gegenüber dem (äußerlich) prächtigen Palast auf. Auch die Weisen aus dem Morgenland ziehen den bescheidenen Stall in Bethlehem dem Königsschloss des Herodes in Jerusalem vor. Denn im Stall in Bethlehem finden sie den Gott der Treue und der Liebe, wie er in Jesus Christus den Menschen erschienen ist (Griechisch; epipháneïa = Erscheinung – darum Epiphanias-Fest). Das Christkind wird ihnen zum Schatz, der Stall in Bethlehem zum eigentlichen Palast.
Es ist bereits Tradition, dass in diesem Gottesdienst die Jahreslosung musikalisch verkündet wird. Prof. Heinz Acker vertonte auch diesmal den Text, die Kantorei mit Maria Braun zelebrierte gekonnt „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5).
Nach dem Segen bot die Kantorei noch eine weihnachtliche Kostprobe ihres reichhaltigen Repertoires. Mit drei bekannten rumänischen „colinde“, mit einem argentinischen und einem altböhmischen Weihnachtslied sowie einer bemerkenswerten Interpretation von „Süßer die Glocken nie klingen“ erlebten die zahlreichen Besucher ein zweites Weihnachten. Das Dirigat wurde im Wechsel von Andrea Kulin und Maria Braun übernommen, beide Profis ihres Fachs. Glückwunsch und großes Lob zum Debüt von Maria Braun!
Der gemütliche Teil dieses Januarfeiertages folgte im Gemeindehaus der Stadtkirche im Hanns-Löw-Saal. Die Kreisgruppe hatte zu einem bescheidenen Mittagessen eingeladen, und die meisten Gottesdienstbesucher waren dabei, um die gestiftete Gemeinschaft zu vertiefen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch Prof. Heinz Acker mit Ehefrau Marianne begrüßt.
Lob und Dank geht an unsere erfahrenen Helferinnen und Helfer in der Küche und im Saal: Marianne Metz, Christiane Kraus, Birgit Schmidt, Johanna Zöllner, Alfred Schmidt, Klaus Metz, Stefan Wolf. Unterstützt wurden sie von jungen Studierenden im Ferienmodus; es sind Familienangehörige der Kreisgruppe, die ehrenamtlich und gerne zu diesem Fest kommen und sich bereits auf den Einsatz im nächsten Jahr freuen. So fand unser Fest erst nach Stunden wohltuender Gemeinschaft und vieler Gespräche einen schönen Abschluss.
Werner Gohn-Kreuz
Schlagwörter: Gottesdienst, Karlsruhe, Dreikönigstag
13 Bewertungen:
Noch keine Kommmentare zum Artikel.
Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich. Die Kommentarfunktion ist nur für registrierte Premiumbenutzer (Verbandsmitglieder) freigeschaltet.